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Donnerstag 20 März 2003

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Schwarzer Tag für die Welt
Große und kleine Folgen

   
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Heute früh um 5h35 Ortszeit hat der angekündigte Angriffskrieg im Irak begonnen. Die USA führen ihn eigenmächtig an - ohne die Zustimmung der UNO, ungeachtet der ausdrücklichen Warnungen der meisten Länder dieser Welt, ungeachtet der deutlichen Ablehnung der Weltöffentlichkeit, ungeachtet der laufenden und funktionierenden Abrüstung durch die UNO-Inspekteure. Der deutsche Bundeskanzler Schröder hatte kurz zuvor noch „den sicheren Tod von Tausenden von unschuldigen Kindern, Frauen und Männern" als ungerechtfertigt bezeichnet. Ohne Erfolg. Die GLEITSCHIRM-Redaktion ist zutiefst entsetzt und hat sich entschlossen, dies ihren Lesern hiermit mitzuteilen.

Ist dieser Ausdruck unserer Bestürzung über das entstehende Leid und die Unrechtmäßigkeit eine „Off-Topic"-Meinungsäußerung, die nicht in ein Gleitschirmmagazin gehört ? Wohl nicht. Denn abgesehen von der menschlichen Betroffenheit, die sich in der gesamten Redaktion breit gemacht hat, gibt es einen anderen Grund, warum auch GLEITSCHIRM das Thema aufgreift : Dieser Krieg betrifft nicht nur seine direkten Opfer, sondern hat einschneidende Folgen für die gesamte Welt. Daß am Schluß der blutrünstige Diktator Saddam Hussein endlich entmachtet sein wird, ist der einzige positive Effekt. Doch weitaus schwerer werden die negativen Folgen sein : Gewalt erzeugt nur in den seltensten Fällen Frieden, fast immer bringt sie Gegengewalt und Intoleranz.

Die völkerrechtlich äußerst fragwürdige Vorgehensweise der Angreifer reißt die Gräben zwischen dem Westen und der „übrigen" Welt, insbesondere der arabischen, so tief auf wie schon lange nicht mehr. Das hat Auswirkungen bis ins kleinste Detail, und zu den winzigen Details, die angesichts der aktuellen Tragödie sicherlich unbedeutend sind, gehört dennoch auch unser Sport.

Ein Beispiel : Gerade Gleitschirmflieger sind erfahrungsgemäß fast immer gern gesehene Besucher in allen Reiseländern der Welt, auch und gerade in den ärmsten. Die Piloten bringen ihre farbenfrohen Stofffetzen mit, erheben sich mit den einfachsten Mitteln in die Lüfte, landen sanft inmitten der interessierten Zuschauer. Erfahrungsgemäß ist der Gleitschirm ein hervorragender Anlaß für einen echten Austausch. Diese Form des „Rucksack-Reisens" steht oft im vollkommenen Gegensatz zur schädlichen Version des Massentourismus, bei der sich die Hotelgäste oft hinter hohen Mauern vor der umliegenden Dritten Welt verstecken.

Immer mehr Piloten reisten in den letzten Jahren in exotische Länder, und die Flugschulen boten zunehmend Reiseziele wie Marokko, Jordanien, Libyen an. Alle diese Destinationen werden mit Sicherheit deutlich zurückgehen. Denn die jetzt geweckten anti-westlichen Ressentiments in diesen Ländern werden kaum zwischen Regierungen und Völkern einen Unterschied machen. Die Besucher gehören ganz einfach zum Westen, der aus der Sicht vieler Menschen zum „rücksichtslosen Kreuzzug gegen die arabische Welt" angesetzt hat und wieder einmal das "Recht des Stärkeren" durchsetzt.

Die von uns kontaktierten Flugschulen haben zunächst auch Ziele wie die Türkei momentan auf „Standby" gestellt : Eine erhöhte Gefährdung durch terroristische Racheakte ist nicht unwahrscheinlich. Die Reisen bleiben zwar offiziell programmiert, Anzahlungen werden zur Zeit aber keine verlangt.

Die erhöhte Gefährdung durch terroristische Anschläge wird auch auf den sportlichen Flugbetrieb Auswirkungen haben. Schon jetzt ist festzustellen, daß für Motorschirme und Trikes Überfluggenehmigungen oberhalb von Städten immer seltener erteilt werden. Einige städtenahe Sportflughäfen in Europa sind sogar schon ganz für ultraleichte Flieger gesperrt worden. Es wäre schließlich nicht auszuschließen, daß beispielsweise Motorschirmtrikes, die meistens ohne Transponder und damit unkontrolliert unterwegs sind, für einen Anschlag mißbraucht werden könnten.

Abwegige Vorstellung ? Offenbar nicht : mehrere von uns kontaktierte Hersteller und Schulen aus der europäischen Motorschirmszene berichten von gezielten Besuchen des Staatsschutzes oder ähnlicher Geheimdienste Ende des Jahres 2001. Diese staatlichen Stellen überprüften vorsorglich, was in den Motorschirmschmieden so passiert. Unrecht haben sie vielleicht nicht : Manche Hersteller haben schließlich auch militärische Versionen von Motorschirmen im Programm. Die einen verkaufen Motorschirmtrikes mit über 100 kg Zuladung, und die anderen lieferten Fußstart-Systeme an die Grenzpolizei eines Nahost-Staates. Allerdings wurde die entsprechende Ausfuhrgenehmigung mittlerweile vorsichtshalber zurückgezogen.

Und schließlich könnte sich noch eine andere Konsequenz aus dieser Krise ergeben : Vergessen wir nicht, daß die von uns eingesetzten GPS-Empfänger allesamt auf Signale angewiesen sind, deren einziger Herr das amerikanische Verteidigungsministerium ist - und sich dies verständlicherweise auch das Recht vorbehält, die Signale im Bedarfsfall unbrauchbar zu machen oder zu verschlechtern. Die offizielle Abschaltung der künstlichen Verfälschung für zivile Nutzer durch Bill Clinton war ein Schritt in die andere Richtung : Wir alle haben erfreut zur Kenntnis genommen und festgestellt, daß die Genauigkeit dadurch extrem verbessert wurde. Das heißt aber nicht, daß es nicht auch wieder in die andere Richtung gehen könnte. Die zivile Schiff- und Luftfahrt verläßt sich dabei immer mehr auf GPS - selbst die leichte Sportfliegerei, obwohl sie im Gegensatz zur Berufsluftfahrt nur in seltensten Fällen ein Reserve-System für den Fall eines GPS-Black-outs mitführt. Sicher, Gleitschirme bleiben im Sichtflugverfahren und können problemlos „ohne" weiterfliegen. Doch in den anderen Navigationsbereichen kann GPS durchaus vital sein, und es ist sicherlich eine Überlegung wert, ob die zivile Luftfahrt prinzipiell in diesem Maße von den eventuellen Launen einer amerikanischen Administration abhängen darf ...

Eine komplette Abschaltung des GPS erscheint sicherlich unwahrscheinlich, und noch am Mittwoch hat ein Diplomat der US-Vertretung in Brüssel die Garantie abgegeben, daß GPS auch in diesen Tagen normal funktionieren soll. Selbst die gewollte Störung bleibt normalerweise regional beschränkt : Ein großer deutscher Importeur hat aufgrund einer Anfrage von GLEITSCHIRM die Signal-Präzision im Alpenbereich in den letzten Stunden genaustens gemessen und keine Änderung festgestellt.

Das GPS bleibt also verläßlich ? Der bekannte Fahrtensegler Bobby Schenk führte diesbezüglich auf „Yacht online" schon vor Wochen eine ganz andere Möglichkeit an, die sicherlich nicht vollkommen aus der Luft gegriffen ist : "Die Amerikaner könnten ihr GPS-System auch dazu benutzen, um nicht willfährige politische Partner zu disziplinieren. Seitdem Deutschland und Frankreich nicht mehr mit den USA an einem (Kriegs-)Strang ziehen, wird dort laut nachgedacht, mit welchen Maßnahmen hier abgestraft werden könnte (...) ein Navigationssystem für europäische Gebiete etwas zu manipulieren, könnte doch den Europäern sehr plastisch die Abhängigkeit von ihren amerikanischen Freunden demonstrieren !"

Aus dieser Abhängigkeit soll das System Galileo führen : Dieses zivile europäische Navigationssystem wird aber frühestens 2008 operationell sein. Übrigens hatten sich die USA noch bis vor einem Jahr deutlich gegen den Aufbau eines europäischen Systems ausgesprochen.

Gemessen an der aktuellen Tragödie sind diese Überlegungen natürlich alle absolut zweitrangig.

Momentan können wir nur fast ohnmächtig zuschauen, wie Menschen leiden und sich Gräben zwischen den Völkern aufreißen – selbst zwischen Europa und dem Verbündeten USA, ja sogar zwischen „alten" Europäern und „neuen" Europäern.

Hoffen wir, daß dieser Krieg und das Blutvergießen ein sofortiges Ende nimmt. Hoffen wir auch, daß sich wenigstens ein kleiner Teil der Scherben wieder kitten läßt – denn der Frieden innerhalb der Weltgemeinschaft kann nur auf Toleranz, gemeinsamer demokratischer Problembewältigung und gegenseitigem Verständnis aufgebaut sein, nicht aber auf dem Recht des Stärkeren. (SB)


 



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(c) THERMIK-VERLAG, Stelzhamerstr. 18, A-4600 Wels
Nachdruck, auch auszugsweise, nur mit Genehmigung des Verlags
Herausgeber: Mag. Norbert Aprissnig
Webmaster und Online-Redaktion: Sascha Burkhardt
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