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Gleitschirmflieger



Mittwoch 7 November 2001

Schnell erklärt
Kurvenflug gegen und mit dem Wind
Oft ein hitzig diskutiertes Thema...

   

Häufig gestellte Frage : dreht der Schirm schlechter mit dem Wind als gegen ?

Wir haben mehrfach festgestellt, daß die aerodynamischen Eigenschaften des Schirms von der Bewegung der kompakten Luftmasse, in der wir uns befinden, nicht beeinflußt wird. Sehr wohl aber wird unsere Flugbahn zum Boden vom Wind bestimmt. Wenn wir bei Windstille einen Vollkreis fliegen, zeichnet unser Schatten eine wirklich kreisförmige Linie auf den Boden. Bei Wind sieht die Sache anders aus : in dem Abschnitt der Kurve, wo wir mit Rückenwind fliegen, bewegen wir uns sehr viel schneller im Verhältnis zum Boden als im Abschnitt gegen den Wind. Wir werden bei unserem Vollkreis leewärts mit der Luftmasse abgedriftet. Unser Schatten zeichnet einen langgezogenen Kringel auf den Boden. Und wir haben bei Rückenwind das Gefühl, der Schirm wolle absolut nicht drehen. Es ist richtig, daß wir, wenn wir einen Vollkreis über Grund fliegen wollten, die Kurve im Rückenwindabschnitt sehr viel schneller drehen müßten und den Gegenwindabschnitt verlängern müßten. Das Problem ist, daß weniger geübte Piloten dann zum Übersteuern neigen. Nehmen wir einen Piloten zum Beispiel, der stundenlang über einem Hang soart und dabei, wie es sich gehört, nur Kurven gegen den Wind dreht. Während des Fluges ist die Geschwindigkeit im Verhältnis zum Boden praktisch ständig null : er klebt in der Luft des Aufwindbands. Wenn er dann auf einmal eine Kurve gegen den Hang wagt, weil er beispielsweise hoch überm Startplatz schwebt, rauscht auf einmal die Landschaft unter seinen Füßen schneller vorbei als erwartet. Der Pilot versucht also, die Kurve schneller zu fliegen, um den Schirm wieder gegen den Wind anzustellen. Und bei dieser erzwungen scharfen Kurve kann es eben zum Übersteuern und zum einseitigen Stall kommen. Der Pilot war dann aber nicht das Opfer eines etwaigen Einflusses des Windes auf das aerodynamischen Verhaltens seines Schirms, sondern führt durch die Übersteuerung das Problem herbei : ganz einfach weil er seine Flugbahn in der Luft an eine gewünschte Flugbahn überm Boden anpassen wollte, obwohl sich die Luftmasse gegenüber dem Boden schnell bewegt.

Achtung : dies alles gilt nur in kompakten Luftmassen. Wenn dagegen ein Windgradient vorherrscht, ist es auf einmal nicht mehr egal, ob man mit oder gegen den Wind fliegt. Lesen Sie dazu auch die verwandten Themen in dieser Rubrik.

SB

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